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Tabor: Studienobjekt und Waldfestplatz

6. Mai 2012

Modelle für neuen Turm  –  Heimatgeschichte bei  Vhs  –  Ökumenische Himmelfahrt

Wofür Konstanzer und Wollmatinger  Jahre gesammelt und gearbeitet hatten, ließ der Gemeinderat  vor zehn Jahren in 20 Minuten wegsprengen. Über  ,,Taborturm  – Symbol bürgerlichen Engagements und politischer Ohnmacht“  referiert Gerd Morian am  Montag, 7. Mai, 19 Uhr, im VhS-Haus, Katzgasse. Der Journalist schildert die 180 Jahre alte Tradition des vom Verkehrsverein Konstanz zum Ausflugsziel ausgebauten Tabors und streift die Geschichte des Litzelstetter Purren- und des Konstanzer Bismarckturms sowie der Wassertürme von Allensbach und des  Stromeyer Dorfs . Wichtig ist ihm das anschließende Gespräch mit Bürgern und Politikern über Chancen eines Wiederaufbau des Taborturms, für den derzeit HTWG-Studenten Modelle erarbeiten.  

Noch diesen Sommer wollen etwa 50 Studenten der  Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung dem Traum von einem neuen Taborturm Konturen geben. Und zwar aus Metall, das sich nicht so leicht abfackeln lässt wie sein Vorgänger, der immerhin von 1881 bis 1947 stand, aber auch nicht aus Holz, das in zwanzig Jahren verfault wie der letzte, unter Aufsicht der Stadt Konstanz erbaute Turm.  Damals ein Schock für die   ,,Taborinitiative – FWG“ und ihre Sponsoren und um den jüngst verstorbenen Südkurier-Chefredakteur Schwarzwälder.

Das  Technische Hilfswerk musste damals den für baufällig erklärten Turm sprengen, ohne dass die Stadt die Ehrenamtlichen vor den  Gefahren der Tausende Eternit-Schindeln gewarnt hätte.  Das THW hat aber das alte Taborschild gerettet und  präsentierte  es  beim  ersten Taborfest.  Der an der Ortsgeschichte interessierte Neubürger Gerd Morian  gewann  2011 die Bürgergemeinschaft  Fürstenberg- Wollmatingen und die beiden  christlichen  Pfarrgemeinden dazu, die 180 Jahre alte Tradition der  Wallfahrten zu dem Kreuz auf dem 472 Meter hohen Tabor wieder aufzunehmen.  Dazu musste das THW  freilich erst wieder ein Kreuz aufrichten –  das letzte, von Zimmermeister Knirsch gestiftete,  war  noch vorm Abriss des  baufälligen Taborturms  zerstört und entwendet worden.  An Christi Himmelfahrt 2011 kehrte  als   kleiner Ersatz ein vor zehn Jahren von der Wollmatinger Jugend gezimmertes christliches Symbol  zurück auf den Berg  –  unter den Klängen des Posaunenchors und der Frauenschola.  Dieses  Jahr werden sich an Christi Himmelfahrt, 17. Mai, auch der  katholische Kirchenchor und der Musikverein Wollmatingen  unter Manuel Heß  beteiligen. Nach getrennten Gottesdiensten (10 Uhr)  in Christus- und Martinskirche, geht es  von der Litzelstetter Straße in einer Prozession auf den Tabor.  Dass die  Russisch- und die Rumänisch-Orthodoxen Gemeinden von  Konstanz  und Umgebung  den ökumenischen Charakter unterstreichen, ist einem Unbekannten zu verdanken. Er hängte nämlich neben das klassische Kreuz ein  orthodoxes: mit einem  zweiten unteren Querbalken, schränk und in Fußhöhe.

Professorin Lydia Haack  zeigte sich  bei einem Ortstermin mit ihren Studenten beeindruckt von der Aufgabe zur Turm- und Plateaugestaltung, einem Vorschlag von Bau-Bürgermeister Werner.  Dass die Modelle, einschließlich des Kommunikationszentrums, fiktiven Charakter  haben,  war dabei allen Beteiligten klar.   ,,Doch  wir sind den Studenten dankbar, dass sie unseren Träumen von einem neuen Turm ein Gesicht geben wollen“, erklärte  Matthias Heider von der Bürgergemeinschaft, nachdem Gerd  Morian die  Geschichte des Berges erläutert hatte.  Die Werke der Studenten sollen im Oktober der Wollmatinger Bevölkerung präsentiert werden.   Für eine Verwirklichung bedarf es dann freilich mehr als den an Christi Himmelfahrt r von Pfarrer Wolfgang Gaßmann erbetenen Segen   und  die frommen Wünsche und Hoffnungen von  Pfarrer Ulrich Zimmermann, der auch dieses Jahr wieder  den Reinhard Mey-Song   ,, Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ singen wird.    Übrigens erfreut sich der Tabor  auch unter  Mountain-Bikern großer Beliebtheit.

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